Lied der Woche

LIED DER WOCHE 25

Mit dem "Lied der Woche" veröffentlichen wir jede Woche ein neues Lied aus unserer Reihe "Der ganze Hugo Wolf" auf unseren Plattformen (Youtube, Facebook) sowie auf unserer Webseite www.ihwa.de. Ergänzt wird der musikalisch-visuelle Genuss um Informationen rund um dieses Lied von Hugo Wolf, sodass hier nach und nach eine umfassende und informative Mediathek der Lieder unseres Namenspatrons entsteht. Wir wünschen viel Freude damit!

(Alle "Lieder der Woche" wandern auch in unsere Mediathek und können HIER gerne immer wieder angeschaut werden!)

Das Video entstand im Rahmen der Reihe "Der ganze Hugo Wolf" am 14. April 2018 im Hospitalhof Stuttgart (Der ganze Hugo Wolf VI)

LIEDTEXT
Bin ein Feuer hell, das lodert
Von dem grünen Felsenkranz,
Seewind ist mein Buhl’ und fordert
Mich zum lust’gen Wirbeltanz,
Kommt und wechselt unbeständig,
Steigend wild,
Neigend mild,
Meine schlanken Lohen wend’ ich:
Komm nicht nah’ mir, ich verbrenn’ dich!

Wo die wilden Bäche rauschen
Und die hohen Palmen stehn,
Wenn die Jäger heimlich lauschen,
Viele Rehe einsam gehn.
Bin ein Reh, flieg’ durch die Trümmer,
Über die Höh’,
Wo im Schnee
Still die letzten Gipfel schimmern,
Folg’ mir nicht, erjagst mich nimmer!

Bin ein Vöglein in den Lüften,
Schwing’ mich übers blaue Meer,
Durch die Wolken von den Klüften
Fliegt kein Pfeil mehr bis hieher.
Und die Au’n, die Felsenbogen,
Waldeseinsamkeit
Weit, wie weit,
Sind versunken in die Wogen –
Ach, ich habe mich verflogen!

TEXTDICHTER: Joseph von Eichendorff (1788–1857)

KOMPOSITIONSJAHR: 1887

INFOTEXT von Susan Youens (deutsche Übersetzung: Bertram Kottmann):
Als Wolf auf der Suche nach Gedichten jener früheren literarischen Meister war, die noch nicht von seinen großen Vorgängern vertont worden waren, freute er sich sehr über die Entdeckung von Eichendorffs Rollenliedern, in denen sich höchst anschauliche, unterschiedliche Charaktere im Gesang offenbaren. Das war auch, wie Wolf erkannte, eine ausgezeichnete Vorbereitung für das Komponieren der Opern, die er eines Tages zu komponieren ersehnte. Diese Lieder stellen sowohl für den Pianisten als auch für den Sänger oft eine äußerste Herausforderung dar: Farbige Charaktere erhalten eine empathische Musik. [...] Die Waldnymphe oder das Waldmädchen nimmt in diesem Lied drei verschiedene Gestalten an, auch eine virtuose Übung: Feuer, um die Unvorsichtigen zu verbrennen, ein Reh, das jeden Jäger herausfordert, es zu fangen, und ein Vogel, der sich überm weiten Meer verflogen hat.

When Wolf was on the hunt for poems by those earlier literary masters he revered that had not been set to music by his great predecessors, he was delighted to discover Eichendorff’s Rollenlieder, in which vivid personae of many kinds reveal themselves in song (this was also, Wolf realized, excellent preparation for composing the operas he yearned to write one day). These songs are often supremely challenging, both for the pianist and the singer: colorful characters receive emphatic music. [...]The forest nymph, or Waldmädchen, assumes three different forms in this song, also a virtuoso work-out: fire to burn the unwary, a deer who defies any huntsman to catch her, and a bird who finally sinks into the waves and perishes.

upcoming
August 2020
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Gallery
Follow Us