Lied der Woche

LIED DER WOCHE 28

Mit dem "Lied der Woche" veröffentlichen wir jede Woche ein neues Lied aus unserer Reihe "Der ganze Hugo Wolf" auf unseren Plattformen (Youtube, Facebook) sowie auf unserer Webseite www.ihwa.de. Ergänzt wird der musikalisch-visuelle Genuss um Informationen rund um dieses Lied von Hugo Wolf, sodass hier nach und nach eine umfassende und informative Mediathek der Lieder unseres Namenspatrons entsteht. Wir wünschen viel Freude damit!

(Alle "Lieder der Woche" wandern auch in unsere Mediathek und können HIER gerne immer wieder angeschaut werden!)

Das Video entstand im Rahmen der Reihe "Der ganze Hugo Wolf" am 12. März 2016 in der Musikhochschule Stuttgart (Der ganze Hugo Wolf I)

LIEDTEXT
Ich bin der wohlbekannte Sänger,
Der vielgereiste Rattenfänger,
Den diese altberühmte Stadt
Gewiß besonders nötig hat.
Und wären’s Ratten noch so viele,
Und wären Wiesel mit im Spiele,
Von allen säubr’ ich diesen Ort,
Sie müssen miteinander fort.

Dann ist der gut gelaunte Sänger
Mitunter auch ein Kinderfänger,
Der selbst die wildesten bezwingt,
Wenn er die goldnen Märchen singt.
Und wären Knaben noch so trutzig,
Und wären Mädchen noch so stutzig,
In meine Saiten greif ich ein,
Sie müssen alle hinterdrein.

Dann ist der vielgewandte Sänger
Gelegentlich ein Mädchenfänger;
In keinem Städtchen langt er an,
Wo er’s nicht mancher angetan.
Und wären Mädchen noch so blöde,
Und wären Weiber noch so spröde,
Doch allen wird so liebebang
Bei Zaubersaiten und Gesang.

TEXTDICHTER: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

KOMPOSITIONSJAHR: 1888

INFOTEXT von Susan Youens (deutsche Übersetzung: IHWA):
Der Rattenfänger von Hameln stammt aus einer mittelalterlichen Erzählung und Sage; in Goethes "Der Rattenfänger" lockt er mit seiner unwiderstehlichen Musik Kinder von deren Eltern fort und lässt Mädchen und Frauen vom Pfad der Tugend abkommen. Schubert vertonte dieses Gedicht im August 1815 als kunstvolle Imitation eines Volkslieds, heiter, flott und einfach; Wolf hingegen verstand sofort die Kraft dieser Musik, die den Willen zu überwältigen und verborgene Begierden freizulegen vermag. Dieses Lied ist ein Paradebeispiel für musikalischen Diabolismus; man kann sogar im Klaviervorspiel, in den Zwischenspielen und im Nachspiel hören, wie die teuflische Kreatur mit ihrer Peitsche knallt.

The Pied Piper of Hamelin comes from medieval history and myth; in Goethe’s "Der Rattenfänger", he lures children away from their parents, maidens and wives from the path of virtue, by means of irresistible music. Schubert set this poem in August 1815 as an artful imitation of folk song, cheerful, jaunty, and simple, but Wolf understood that music’s power to overwhelm the will and stoke forbidden desires is at issue. This song is an exercise in musical diabolism; you can even hear the devilish creature cracking his whip in the piano introduction, interludes, and postlude.

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