Die erste Runde des Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst Stuttgart 2014 ist vorbei und Christiane Nüsslein-Volhard ist begeistert vom bisherigen Verlauf. „Es war herrlich, 66 junge Künstler erleben zu können“, sagt die Vorsitzende des Kuratoriums der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. Das Niveau sei hervorragend und sogar besser als in den vergangenen Jahren.

Sie selbst würde nur ungern mit der Jury tauschen wollen, denn eine Auswahl zu treffen, welche der 33 Duos  weiterkommen dürfen und welche nicht, sei enorm schwierig.  „Sie können alle sehr gut singen, haben alle eine relativ gute Aussprache und es gab keine großen technischen Patzer“, so Nüsslein-Volhard. Sie selbst saß während der kompletten ersten Runde im Konzertsaal, machte sich Notizen zu jedem der Duos.  „Ich schaue, ob es beim Zuhören spannend ist“, so Nüsslein-Volhard. „Und einigen habe ich sehr gerne zugehört.“ Nach der ersten Runde hat sie bereits Favoriten. „Ich bin gespannt, ob meine Meinung mit der der Jury übereinstimmen wird.“

Die 1. Runde ist beendet. Die Informationen, welche Duos in die 2. Runde gekommen sind, wird im Anschluss an die Juryinformation an die Duos im Weblog an dieser Stelle veröffentlicht und auf Facebook kommuniziert.

Auftritte 1. Runde "Internationaler Wettbewerb für Liedkunst 2014" Dienstag, den 23.09.2014 / Performance times 1st round on Tuesday September 23rd - Download der Auftrittsreinfolge & Programm                    

14:00 - Duo 24
Carmen Seibel (Mezzosopran)
Anna Prystromska (Klavier)
14:15 - Duo 13
Jihyun Lee (Sopran)
Clemens Müller (Klavier)
14:30 - Duo 2
Ping-Chih Chi (Sopran)
Wen Wen (Klavier)
14:45 - Duo 6
Roger Gehrig (Tenor)
Shihono Higa (Klavier)
15:00 - Duo 15
Raffaela Lintl (Sopran)
Thomas Cadenbach (Klavier)
15:15 - Duo 30
Carine Tinney (Sopran)
Thomas Wypior (Klavier)
   
15:50 - Duo 17
Emma Moore (Sopran)
Klara Hornig (Klavier)
16:05 - Duo 20
Angelo Pollak (Tenor)
Fiona Pollak (Klavier)

16:20 - Duo 19
Sofia Pavone (Mezzosopran)
Boris Radulovic (Klavier)

16:35 - Duo 11
Lotte Kortenhaus (Mezzosopran)
Anna Immerz (Klavier)
16:50 - Duo 23
Modestas Sedlevičius (Bariton)
Yorika Kimura (Klavier)
17:05 - Duo 8
Florian Hille (Bariton)
Bianca Chillemi (Klavier)
   
17:40 - Duo 3
Nikola Diskić (Bariton)
Friederike Sieber (Klavier)
17:55 - Duo 9
Sofie Jensen (Sopran)
Alexander McKenzie (Klavier)
18:10 - Duo 32
Daniela Vega (Sopran)
Woojung Jang (Klavier)
18:25 - Duo 12
Neele Kramer (Mezzosopran)
Yun Qi Wong (Klavier)
18:40 - Duo 16
Ludwig Mittelhammer (Bariton)
Jonathan Ware (Klavier)
18:55 - Duo 28
Krešimir Stražanac (Bass-Bariton)
Mihaly Menelaos Zeke (Klavier)

 

Auftritte 1. Runde "Internationaler Wettbewerb für Liedkunst 2014" Mittwoch, den 24.09.2014 / Performance times 1st round on Wednesday September 24th - Download der Auftrittsreinfolge & Programm                                  

11:00 - Duo 31
Simon Tischler (Bass-Bariton)
Kerstin Mörk (Klavier)
11:15 - Duo 21
Peter Rembold (Bariton)
Michiko Tashiro (Klavier)
11:30 - Duo 5
Jean-Christophe Fillol (Bariton)
Christian Zimmer (Klavier)
11:45 - Duo 29
Klaudia Tandl (Mezzosopran)
Stefan Birnhuber (Klavier)
12:00 - Duo 14
Ewa Leszczyńska (Sopran)
Anastasia Levandovskaia (Klavier)

12:15 - Duo 1
Seda Amir-Karayan (Alt)
Olga Fedorova (Klavier)

   
14:00 - Duo 4
Joanne D'Mello (Sopran)
Sung-Ah Park (Klavier)
14:15 - Duo 18
Damien Pass (Bass-Bariton)
Alphonse Cemin (Klavier)
14:30 - Duo 33
Manuel Walser (Bariton)
Anano Gokieli (Klavier)
14:45 - Duo 22
Frederik Schauhoff (Bariton)
Sandra Urba (Klavier)
15:00 - Duo 10
Martha Jordan (Mezzosopran)
Weijie Feng (Klavier)
 
   
15:35 - Duo 26
Orsolya Sivák-Nyakas (Sopran)
Balázs Kálvin (Klavier)
15:50 - Duo 27
Mikyung Son (Sopran)
Yaehan Kim (Klavier)
16:05 - Duo 7
Marion Grange (Sopran)
Ambroise de Rancourt (Klavier)
16:25 - Duo 25
Marie Seidler (Mezzosopran)
Katharina Thöni (Klavier)
  

 

Toi Toi Toi für alle 33 Duos des 9. Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst Stuttgart der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. Am 23. und 24. September 2014 startet im Konzertsaal der Musikhochschule die erste Runde mit der namhaften Jury unter Vorsitz von KS Brigitte Fassbaender.

Good Luck and all the best for the 33 duos starting on September 23rd/24th 2014 into the International Art Song Conpetition Stuttgart 2014.

 

Diese 33 Liedduos haben es in die erste Runde des Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst Stuttgart 2014 geschafft! Wir gratulieren und wünschen eine gute Vorbereitungszeit.

List of duos admitted to the 1st round!

Duo 1
Seda Amir-Karayan (Alt)
Olga Fedorova (Klavier)

Duo 2
Ping-Chih Chi (Sopran)
Wen Wen (Klavier)
Duo 3
Nikola Diskić (Bariton)
Friederike Sieber (Klavier)
Duo 4
Joanne D'Mello (Sopran)
Sung-Ah Park (Klavier)
Duo 5
Jean-Christophe Fillol (Bariton)
Christian Zimmer (Klavier)
Duo 6
Roger Gehrig (Tenor)
Shihono Higa (Klavier)
Duo 7
Marion Grange (Sopran)
Ambroise de Rancourt (Klavier)
Duo 8
Florian Hille (Bariton)
Bianca Chillemi (Klavier)
Duo 9
Sofie Jensen (Sopran)
Alexander McKenzie (Klavier)
Duo 10
Martha Jordan (Mezzosopran)
Weijie Feng (Klavier)
Duo 11
Lotte Kortenhaus (Mezzosopran)
Anna Immerz (Klavier)
Duo 12
Neele Kramer (Mezzosopran)
Yun Qi Wong (Klavier)
Duo 13
Jihyun Lee (Sopran)
Clemens Müller (Klavier)
Duo 14
Ewa Leszczyńska (Sopran)
Anastasia Levandovskaia (Klavier)
Duo 15
Raffaela Lintl (Sopran)
Thomas Cadenbach (Klavier)
Duo 16
Ludwig Mittelhammer (Bariton)
Jonathan Ware (Klavier)
Duo 17
Emma Moore (Sopran)
Klara Hornig (Klavier)
Duo 18
Damien Pass (Bass-Bariton)
Alphonse Cemin (Klavier)
Duo 19
Sofia Pavone (Mezzosopran)
Boris Radulovic (Klavier)
Duo 20
Angelo Pollak (Tenor)
Fiona Pollak (Klavier)
Duo 21
Peter Rembold (Bariton)
Michiko Tashiro (Klavier)
Duo 22
Frederik Schauhoff (Bariton)
Sandra Urba (Klavier)
Duo 23
Modestas Sedlevičius (Bariton)
Yorika Kimura (Klavier)
Duo 24
Carmen Seibel (Mezzosopran)
Anna Prystromska (Klavier)
Duo 25
Marie Seidler (Mezzosopran)
Katharina Thöni (Klavier)
Duo 26
Orsolya Sivák-Nyakas (Sopran)
Balázs Kálvin (Klavier)
Duo 27
Mikyung Son (Sopran)
Yaehan Kim (Klavier)
Duo 28
Krešimir Stražanac (Bass-Bariton)
Mihaly Menelaos Zeke (Klavier)
Duo 29
Klaudia Tandl (Mezzosopran)
Stefan Birnhuber (Klavier)
Duo 30
Carine Tinney (Sopran)
Thomas Wypior (Klavier)
Duo 31
Simon Tischler (Bass-Bariton)
Kerstin Mörk (Klavier)
Duo 32
Daniela Vega (Sopran)
Woojung Jang (Klavier)
Duo 33
Manuel Walser (Bariton)
Anano Gokieli (Klavier)

 

Heute beziehen wir das Wettbewerbsbüro in der Stuttgarter Musikhochschule und bereiten soweit alles vor, damit am Montag die Anmeldung unserer 33 Liedduos reibungslos ablaufen kann. Wir melden uns später dann wieder mit ein paar Impressionen aus dem Wettbewerbsbüro!

Immerhin wurde gestern schon mal eingekauft: 5 Kilo Äpfel, außerdem Weintrauben, Bananen, Schokolade (Nervenfutter ist wichtig ;-)), Kekse, Kaffee, Tee und vieles mehr zur Verpflegung unserer Jury und natürlich auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen lange Tage in der Musikhochschule bevorstehen. Wir sind also gut gerüstet! 

Mit Pauline Viardot Garcìa beenden wir unsere kleine Reihe mit den Biografien der Komponistinnen, die uns nächste Woche im Wettbewerb begegnen werden. Nun sind wir auf die vielen schönen Lieder gespannt, die diese sechs Komponistinnen geschenkt haben! Amy Beach, Clara Schuman, Ingeborg von Bronsart und Pauline Viardort sind bereits in der 1. Runde mit Liedern vertreten.  

 

Pauline Garcìa (1821-1910) wurde in Paris als Tochter spanischer Eltern geboren, die beide selbst Sänger waren. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm zunächst die Mutter die musikalische Ausbildung der Elfjährigen. Neben Kompositionsunterricht erhielt Pauline bei Franz Liszt Klavierunterricht, konzentrierte sich aber nach dem Tod ihrer Schwester María de la Felicidad Malibran (1808-36) auf den Gesang. Im Alter von nur sechzehn Jahren debütierte Pauline in Brüssel bei einem Konzert ihres Schwagers Charles-Auguste Bériots, einem namhaften Geiger. Ihr drei Oktaven umfassender Ambitus und ihre große Musikalität versetzte das Publikum in Staunen, sodass sie ein Jahr später eine Europa-Tournee machte, die die Mezzosopranistin unter anderem nach Leipzig führte, wo sie Clara Wieck und Robert Schumann begegnete. Schumann veröffentlichte eines ihrer Lieder in der Neuen Zeitschrift für Musik und widmete ihr seine späteren Heine-Lieder op. 24. Wie ihre berühmte Schwester gab auch Pauline ihr Operndebüt als Desdemona in Gioachino Rossinis Otello 1839 in London. Kurz darauf erhielt sie ein Engagement am Théâtre Italien in Paris, wo sie mit anderen Rossini-Partien zu hören war. Neben Alfred de Musset und George Sand zählte auch Hector Berlioz zu ihren Bewunderern. Wenig später heiratete Pauline den damaligen Operndirektor und Schriftsteller Louis Viardot, der für sie seinen Posten aufgab und sie bei ihrer Konzerttätigkeit unterstützte. Von 1843 bis 1846 war die Sängerin an der Oper in St. Petersburg engsgiert, wo sie als Norma - eine ihrer erfolgreichsten Rollen - zu hören war, jedoch auch in russischen Opern auftrat. Dort begegnete sie Iwan Turgenew, der sich derartig in sie verliebte, dass er sich bis zu seinem Lebensende stets in der Nähe der Familie aufhielt. Während der kommenden Jahre trat sie selten in Paris auf, nicht zuletzt da ihr Ehemann bekennender Gegner Louis Napoléons war. Die Premiere von Meyerbeers Le prophète im Jahr 1849, in der sie die Rolle der Fidès übernahm, sollte jedoch ein voller Erfolg werden. Der Komponist selbst schrieb ihr einen beträchtlichen Teil am Durchbruch der Oper zu, in der sie rund 200 Mal zu hören war. Mit 42 Jahren ließ sie das Opernleben hinter sich und zog mit ihrer Familie nach Baden-Baden, wo sie international als Lehrerin gefragt war. Mit ihren Schülern zusammen veranstaltete Pauline im kleinen privaten Opernhaus Aufführungen eigener Werke, für die Turgenev die Libretti verfasste. Mit Clara Schumann spielte sie Klavierduo und sang bei der Premiere von Brahms Alt-Rhapsodie in Baden-Baden. Nach der militärischen Niederlage Frankreichs gegen Preußen 1870 kehrte die Sängerin nach Paris zurück, wo sie ihren Lebensabend verbrachte.

In ihren Kompositionen vertonte Pauline nicht nur Texte aller Sprachen, die sie beherrschte (Spanisch, Französisch, Italienisch, Englisch, Deutsch, Russisch), sondern griff auch die landestypischen musikalischen Stile auf. Sie hinterließ ein Oeuvre von rund 250 Werken unterschiedlicher Gattungen, von denen mehr als ein Drittel Lieder und Melodien mit Texten von Musset, Turgenev, Puschkin, Goethe, Mörike u.a. darstellen. Zudem versah sie zwölf von Chopins Mazurkas mit Texten von Louis Pomey – ein Arrangement mit dem sie selbst oftmals auftrat und das beim polnischen Komponisten auf größte Zustimmung stieß.

Heute kamen die Wettbewerbskataloge aus der Druckerei! Schön sind sie geworden -
und der Kofferraum ist jetzt schon mal voll...

Nun wird es langsam aber sicher ernst: Morgen wird im Büro alles zusammengepackt, damit am Sonntag der Umzug in die Musikhochschule über die Bühne gehen kann. Und heute wurde der erste Großeinkauf getätigt: Rund 130 Liter Mineralwasser - damit sollten wir über die ersten Wettbewerbstage kommen. 

Clara Schumann (1819-1896) war die Tochter Friedrich Wiecks, der ursprünglich Theologie studiert hatte, in Leipzig einen Musikalienhandel betrieb und sich einen Namen als Klavierlehrer gemacht hatte. Ihre Mutter Marianne Wieck geb. Tromlitz, selbst Kind einer Musikerfamilie, galt als begabte Pianistin und trat als Solistin mit dem Gewandhaus Orchester auf. Nach der Scheidung der Eltern 1824 zog die Mutter nach einer zweiten Heirat nach Berlin, weshalb die Treffen mit der Tochter eher selten waren, jedoch unterstützte sie diese und blieb durch einen regen Briefwechsel mit ihr im Kontakt. Clara erhielt bei ihrem Vater und den besten Lehrern Leipzigs, Dresdens und Berlins eine erstklassige pianistische und musiktheoretische Ausbildung, lernte verschiedene Sprachen und wurde in Religion unterwiesen. Mit neun Jahren gab sie ihr Debut mit dem Gewandhaus Orchester, vom Vater organisierte Konzertreisen führten sie durch Deutschland, Frankreich und Österreich, wo sie den Titel königlich-kaiserlichen Klaviervirtuosin erhielt. Die junge Pianistin  traf auf, spielte für und wurde bewundert von Größen wie Goethe, Paganini, Louis Spohr, und Musikern der jüngeren Generation wie Chopin, Liszt und Mendelssohn. Vater Wieck war stets sehr auf die Karriere seiner Tochter bedacht, seine tyrannischen Züge verwandelten sich jedoch teils in Grausamkeit. So auch hinsichtlich der Hochzeit mit Robert Schumann, welcher der Vater seine Zustimmung verweigerte. Nach vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten heiratete Clara 1840 Robert Schumann, den sie seit ihrer Kindheit kannte und für den sie ihre ganze Jugend hindurch geschwärmt hatte. Mit Schumann, der damals höchstens als Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik in Fachkreisen bekannt war, hatte die international berühmte Pianistin acht Kinder, gab dennoch ihre Konzerttätigkeit nicht auf, komponierte und gab Klavierunterricht. Auch auf musikalischer Ebene war das Ehepaar sehr verbunden, so spielte Clara nicht nur nahezu alle Uraufführungen der Klavierwerke ihres Mannes, sondern sie studierten auch gemeinsam Partituren und arrangierten Werke. Diese gemeinschaftlichen Betätigungen bewirkten neben dem direkten Einfluss Roberts einen Wandel ihres kompositorischen Stils. Obwohl ihr Mann sie stets als Komponistin unterstützte und sich auch um das Verlegen ihrer Werke – großteils Kunstlieder und Klavierwerke – kümmerte, blieb bei Clara das Komponieren doch hinter ihrer Pianisten-Karriere und Familie zurück. Nachdem der schon seit Jahren psychisch kranke Robert Schumann 1854 nach einem Selbstmordversuch in die Nervenheilanstalt eingewiesen wurde, wurde Clara zunächst der Kontakt zu ihrem Mann verweigert und sie sah ihn nur noch während der letzten Tage vor seinem Tod 1856. Als Witwe gab Clara das Komponieren vollständig auf und widmete sich wieder verstärkt dem Konzertieren, um für die Kinder sorgen zu können. Gleichzeitig setzte sie sich für Roberts Schaffen ein und veröffentlichte mit Hilfe von Johannes Brahms die erste Gesamtausgabe seiner Werke, transkribierte eine Vielzahl seiner Klavier- und Vokalkompositionen und publizierte seine Jugendbriefe.

Die Stadt in pink! In der Stuttgarter Innenstadt findet man an jeder Ecke eines unserer tollen pinken Wettbewerbsplakate! Hier gibt es ein paar Beispiele! Wir freuen uns über weitere Fotos von unseren Plakaten. Wer uns ein Foto per Mail an wettbewerb@ihwa.de schickt, kann zwei Karten für das Preisträgerkonzert am 28. September um 17 Uhr in der Musikhochschule gewinnen. Der Gewinner wird unter den eingegangenen Fotos ausgelost und schriftlich benachrichtigt (Kontaktdaten nicht vergessen!). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  

Aller guten Dinge sind drei und so gibt es eine Woche vor Wettbewerbsstart nochmal ein paar Infos zur Statistik:

Unter den 33 Sängerinnen und Sängern, die in der ersten Runde antreten werden finden sich:

12 Soprane, 7 Mezzosoprane, 1 Altistin, 2 Tenöre, 7 Baritone und 4 Bass-Baritone

Der älteste Teilnehmer wurde im März 1982 geboren, der jüngste im Mai 1992.

Ab dem 23. September sind sie alle - und ihre Pianistinnen und Pianisten natürlich auch - im Livestream unter www.lied-wettbewerb.de zu erleben! Wir freuen uns auf sie!

In einer Woche startet zum 9. Mal der Internationale Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. 33 Duos treten am 23./24. September 2014 in der Musikhochschule vor die namhafte Jury unter Vorsitz von KS Brigitte Fassbaender.

 

 

Just 1 week to go till the International Art Song Conpetition Stuttgart 2014 will start. 33 duos will compete in the 1st round on September 23rd/24th.

 

Josephine Lang – Kompositionen als Tagebuch

Wie Fanny Mendelssohn erhielt auch Josephine Lang (1815-1880) ihren ersten musikalischen Unterricht von ihrer Mutter. In jungen Jahren debütierte sie bereits auf dem Klavier, erste Kompositionen entstanden 1820. Wegweisend für ihre musikalische Karriere war die Begegnung mit Felix Mendelssohn im Jahr 1830, welcher sie in Musiktheorie unterwies und empfahl das Studium in Berlin fortzusetzen – ein Vorhaben, das jedoch nicht die Zustimmung des Vaters fand. „Die hat nun die Gabe, Lieder zu komponieren, und zu singen, wie ich nie etwas gehört habe, es ist die vollkommenste musikalische Freude“- diesem anerkennenden Urteil Felix Mendelssohns pflichtete seine Schwester Fanny Hensel bei und auch Robert Schumann äußerte sich sehr wohlwollend in einer Revision ihres Lieds „Das Traumbild“ op. 28/1. Ab 1830 war die Münchnerin als Klavier- und Gesangslehrerin tätig, komponierte und sang in der Königlichen Vokalkapelle ihrer Heimatstadt. Inspiriert von der aufflammenden Liebe zu ihrem künftigen Ehemann, dem Tübinger Juristen und Dichter Christian Reinhold Köstlin, war Josephine Lang vor allem in der Zeit nach 1840 kompositorisch sehr produktiv. Dies änderte sich mit der Heirat 1842 - erst nach Köstlins Tod im  Jahr 1856 wendete sie sich wieder dem Komponieren zu. Unterstützt vom Komponisten Ferdinand Hiller, mit dem sie in Freundschaft verbunden war, gelang ihr die Publikation einiger Werke aus ihrem vom Kunstlied dominierten Schaffen. Wie stark sich die Komponistin mit ihren Werken identifizierte, wird darin deutlich, dass sie diese als ihr Tagebuch bezeichnete. Die meisten ihrer etwa 150 Lieder haben als Sujet Liebe oder Natur und geben das intime Innenleben des lyrischen Ichs der Gedichte wieder, zu dem sich die Klavierbegleitung eher unabhängig verhält.

Lieder im Wettbewerbsrepertoire: Die Wolken op. 25/5, Erinnerung, Ob ich manchmal Dein gedenke op. 27/3, Scheideblick op. 10/5

 

Unsere pinken Wettbewerbsflyer machen sich gut in den Kulturselections-Aufstellern!!

Fanny Mendelssohn (1805-1847) wird in Hamburg als älteste von vier Geschwistern geboren. In der jüdischen Familie Mendelssohn herrscht ein aufklärerischer Geist vor: Ihr Großvater Moses Mendelssohn nimmt eine wichtige Rolle im Dialog zwischen deutschen Juden und Christen ein, ihre Großtanten pflegen als Frauen Umgang im patriarchalisch geprägten Salon-Leben Berlins. Trotz der Konvertierung der Familie zum evangelisch-lutherischen Glauben hält Fanny stets an den kulturellen Werten des liberalen Judentums fest. Ihre ersten musikalischen Unterweisungen erhält sie von der Mutter, ehe sie ab 1816 von Marie Bigot in Paris unterrichtet wird. Der Liedkomponist Carl Friedrich Zelter (1758-1832), dessen Vertonungen von Goethes Gedichten auf mehr Zustimmung beim Autor stießen als die heutzutage weitaus populäreren und subtileren Schuberts, wird einige Jahre später Fannys Lehrer für Komposition und Musiktheorie. Ihre erste Lied-Komposition – ein Geburtstagslied für den Vater – lässt sich auf 1819 datieren. Wie ihr etwa 500 Kompositionen umfassendes Oeuvre zeigt, bleibt sie auch in späteren Jahren dem Kunstlied treu, schreibt aber auch Werke für Klavier solo. 1829 heiratet Fanny den preußischen Hofmaler Wilhelm Hensel und bringt ein Jahr später ihren einzigen Sohn Sebastian zur Welt. In den folgenden Jahren wird Fanny Hensel eine schillernde Persönlichkeit im Salonleben der Stadt – ein Umfeld für das die meisten ihrer Kompositionen entstehen. Künstlerisch gilt ihr besonderes Interesse Mozart und Bach, Komponisten die seinerzeit alles andere als populär waren, denn bekanntlich ist es vor allem ihr Bruder Felix, welcher mit seiner Aufführung der Bach'schen „Matthäuspassion“ 1829 dem alten Meister wieder Leben einhaucht. Zwei Reisen (1839-40 und 1845) führen die Ehefrau nach Italien, wo sie auf den jungen Charles Gounod trifft, der dieser Begegnung später große Bedeutung für seine musikalische Karriere zuschreiben wird.

Prägend für ihre Entwicklung ist das Verhältnis, das Fanny und ihr Bruder Felix (1809-47) zueinander haben. In Briefen und Tagebuch-Einträgen erweist sich Fanny Hensel als durchaus intelligente und selbstbewusste Frau, jedoch in ihr kompositorisches Können vertraut sie nicht, wie folgende Bemerkung zeigt „Was ist daran [an meinen Kompositionen] gelegen? Kräht ja doch kein Hahn danach, und tanzt niemand nach meiner Pfeife.“. Neben gesellschaftlichen Konventionen scheint es für Fanny zugleich Fluch und Segen als Schwester Felix Mendelssohns aufgewachsen zu sein. Zwar kann der spielerische Wettstreit zwischen den beiden Geschwistern auf musikalischer und intellektueller Ebene vor allem in jungen Jahren als durchaus stimulierend gesehen werden. Als gesichert gilt, dass Fanny vor allem auf Felix‘ Oratorium „Paulus“ Einfluss nimmt. Er wiederum ermutigt ihre kompositorischen Unternehmungen, spricht sich aber wie der Vater grundsätzlich gegen deren Veröffentlichung aus. Jedoch beschließt die Familie 1829 doch einige von Fannys Liedern im Rahmen von Felix  Publikation seiner „Zwölf Gesänge“ op. 8 und Zwölf Lieder op. 9 anonym zu veröffentlichen. Auch das Lied „Italien“ op.8/3, welches im Rahmen des Wettbewerbs erklingen wird, findet sich unter den so der Öffentlichkeit zugängig gemachten Lied-Kompositionen Fannys, über die ihr Bruder voll des Lobes war:„Diese Lieder aber sind schöner, als gesagt werden kann. Ich spreche bei Gott als kalter Beurtheiler und finde sie sehr hübsch. Aber es giebt doch wirklich Musik, die ist, als ob die Quintessenz aus der Musik genommen wäre, als ob es die Seele von der Musik wäre, so die Lieder."

Lieder im Wettbewerbsrepertoire: Italien op. 8/3, Nach Süden op. 10/1, Nachtwanderer, Warum sind denn die Rosen so blass? op. 1/3

Mal wieder etwas Statistik - hier kommen die beliebtesten, d.h. am häufigsten vorkommenden Lieder im Wettbewerbsrepertoire:

8 x
Hugo Wolf: Nachtzauber (Eichendorff)

9 x
Franz Schubert:Gretchen am Spinnrade D 118 (Goethe)

10 x
Clara Schumann: Lorelei (Heine)
Hugo Wolf: Anakreons Grab (Goethe)
Hugo Wolf: Nimmersatte Liebe (Mörike)

 

Jetzt sind es nur noch zwei Wochen bis zum Beginn des Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst Stuttgart 2014! Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es ab heute jeden Tag etwas Neues in unserem Wettbewerbs-Blog zu lesen - Infos zum Reprtoire, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der Jury sowie Einblicke ins Wettbewerbsbüro, in dem die Vorbereitungen jetzt auf Hochtouren laufen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ingeborg von Bronsart, geborene Stark (1840-1913), wurde als Kind einer deutschen Familie mit schwedischen Wurzeln in St. Petersburg geboren. Schon mit acht Jahren zeigte sich ihr kompositorisches Talent. Nach anfänglichen Studien in ihrer Geburtstadt setzte sie ihre Ausbildung bei Franz Liszt in Weimar fort, der sowohl ihre kompositorischen als auch pianistischen Fähigkeiten schätzte. Ab 1858 bestritt Ingeborg von Bronsart zahlreiche Konzertreisen als Klaviervirtuosin, auf denen sie von ihrem Ehemann Hans Bronsart von Schellendorf begleitet wurde. Da dieser ab 1867 als Intendant am Hannoveraner und Weimarer Theater vielen Verpflichtungen nachzugehen hatte, sah sich Ingeborg von Bronsart gezwungen, ihre Konzerttätigkeit aufzugeben. Daraufhin widmete sie sich vornehmlich dem Komponieren, wobei sie bis auf Sinfonie und Oratorium alle wichtigen Gattungen der Zeit bediente, jedoch vor allem Kunstlieder schrieb. Besonders in den Klavierwerken und Kunstliedern ist dabei der Einfluss ihres Lehrers Liszt deutlich zu spüren, wohingegen ihre späten Opern Wagner als Vorbild erkennen lassen. Auch in ihren Werken spiegelt sich das dem romantischen Zeitgeist verhafteten Interesse an Volksmusik wider, welche sie in einige ihrer Werke integriert. Vor allem die  Stimmführung in ihren Vokalwerken verweist auf die späteren Kompositionen Richard Strauss’, wobei bis heute rund 30 ihrer Lied-Kompositionen nicht ediert sind.

Lieder im Wettbewerbsrepertoire: Abendlied op. 16/1, Zwei Sträuße op. 16/3

 

Nach der Statistik folgen nun ein paar Nähere Informationen zu den Komponistinnen, denen man in diesem Jahr in unserem Wettbewerb begegnen kann. In den folgenden Tagen veröffnetlichen wir also einige Kurzproträts, die unsere Wettbewerbsmitarbeiterin Hanna Knözele verfasst hat. Wir beginnen mit der Amerikanerin Amy Beach:

Amy Beach (1867- 1944) war die erste Amerikanerin, die sich als Frau in der von Männern dominierten Welt der Komposition einen Namen erkämpft hat. 1867 wurde Amy Marcy Cheney in New Hampshire als Tochter eines Papierfabrikanten geboren und galt schon von frühester Kindheit an als Wunderkind. So soll sie bereits im Alter von nur einem Jahr imstande gewesen sein, 40 Melodien in derselben Tonart zu singen, und als Dreijährige konnte sie einen vierstimmigen Choral auf dem Klavier nachspielen. Nachdem sie ihren ersten Klavierunterricht mit sechs Jahren von ihrer Mutter, einer Amateur-Pianistin und -Sängerin, erhalten hatte, spielte sie nach nur einem Jahr bereits Werke von Händel, Beethoven, Chopin sowie eigene Kompositionen. 1883 debütierte Amy Beach mit Fryderyk Chopins Rondo in E und Ignaz Moscheles Konzert in g-Moll in Boston, wo sie eineinhalb Jahre später erstmals mit dem Boston Symphony Orchestra Chopins Klavierkonzert in f-Moll unter Wilhelm Gericke spielte. Im selben Jahr heiratete sie den Physiker Henry H. A. Beach, der an der Harvard University Dozent war. Auf Wunsch ihres Ehemannes, der selbst Amateur-Sänger war, reduzierte Amy Beach nach der Hochzeit ihre Konzerttätigkeit stark und widmete sich vornehmlich dem Komponieren. Da sich ihre bisher nur einjährige Ausbildung in diesem Gebiet auf Unterweisungen im Kontrapunkt beschränkte, erarbeitete sie sich im Laufe der folgenden zehn Jahre auf Gerickes Rat hin sämtliche zur Verfügung stehenden theoretischen Abhandlungen im Selbststudium. Die Komponistin, deren Oeuvre nahezu alle Genres bedient, lässt sich – trotz einiger Proteste aus dem patriarchalischen Lager – der Second New England School zuordnen,welche unter anderem auch George Chadwick und Horatio McDowell zu ihren Mitgliedern zählt. Wie bei Antonin Dvořák galt auch Amy Beachs großes Interesse der kompositorischen Verbindung von Volksmusik und Kunstmusik, was sich auch in ihrer Gaelic Symphony widerspiegelt, welche oftmals in Analogie zu Dvořáks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ gesehen wird. Was für eine zentrale Stellung das Lied-Schaffen im Werk der Amerikanerin innehat, wird auch anhand der prominenten Stellung innerhalb ihrer Kompositionen – ihr erstes wie letztes Opus umfassend ­–  offensichtlich. Dabei zeichnen sich ihre Kunstlieder vor allem durch die sensible musikalische Arbeit mit dem Text aus.

Lieder im Wettbewerbsrepertoire: Ah, Love, but a Day op. 44/2, I send my heart up to thee op. 44/3, Ich sagte nicht op. 51/1, Juni op. 51/3, The Year's at the Spring op. 44/1

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